Wie KHK in Köln dank der Beratung durch das ecocockpit-Team der Effizienz-Agentur NRW ressourcenschonend produziert.
Und warum das erst der Anfang ist.

Geht das auch anders? Wenn wir unser Denken verändern? Die Rezepturen? Und die Produktion? Die Unternehmensführung von KHK in Köln hat sich diese Fragen nicht nur gestellt. Das kreative Team um Geschäftsführer Dr. Thomas Kiepe hat auch klare Antworten gefunden: Ja, es geht anders. Wir können als Spezialist für Lippenpflegestifte, der seit der Gründung 1991 alleine über 100 Millionen Lippenpflegeprodukte hergestellt hat, Ressourcen schonen. Nachhaltiger produzieren. Energie und Rohstoffe sparen. „Wir haben immer schon versucht, unsere Produkte so natürlich zu gestalten und fertigen wie möglich. Wir sind in erster Linie ein Lohnhersteller. Wir müssen keine Marke einkleiden, keine Luftnummer produzieren, also haben wir vor 15 Jahren schon beschlossen: Wir brauchen keine Mineralöle in der Kosmetik. Und wir haben uns auf Naturkosmetik spezialisiert“, erzählen Chemiker Dr. Sivatharushan Sivanathan und Prokuristin Carolin Haverkamp. Ergebnis der damaligen Innovationsrunde: der erste vegane Lippenpflegestift. „Diese Eigenentwicklung war schon eine Initialzündung“, unterstreichen die beiden. Eine, die viele Kunden begeisterte.

Regional statt aus Übersee

Für die zweite, größere, sorgte nun die Zusammenarbeit mit dem Team von ecocockpit aus Duisburg. Frederik Pöschel und Christopher Buers beraten in ganz NRW all jene Unternehmen, die künftig auch nachhaltig produzieren wollen und sich endlich fragen: Welchen ökologischen Fußabdruck wollen wir eigentlich hinterlassen? Mit Schulungen, Workshops und Vorträgen machen die beiden engagierte Firmen fit für eine grüne(re) Zukunft. Auch KHK, indem sie anfangs die richtigen Fragen stellen und mit einem Tool arbeiten, das praxisnah und direkt einzusetzen ist. „Es ging zum Beispiel darum, bei welchen Produktionsprozessen welche Emissionen entstehen“, berichtet das Beraterduo. Das gemeinsam mit dem KHK-Team erarbeitete Schaubild war ein Augenöffner. Schon die Änderung der zu produzierenden Stückzahlen und Einheiten zeigte große Wirkung. Das A und O: die gesamte Produktion im Blick zu haben. Insbesondere auch die Herkunft der Rohstoffe. „Wenn ich mir bei einigen Rezeptoren, die wir aus Übersee bezogen haben, die Werte angeschaut habe, die da allein durch den Transport ausgestoßen wurden … da kam einiges zusammen. Also haben wir überlegt, wie wir die Rezepturen ändern. Mit weniger Inhaltsstoffen auskommen. Und diese dann aus der Region beziehen“, erklärt Dr. Sivatharushan Sivanathan. Bienenwachs sowie Raps- und Sonnenblumenöl aus Deutschland statt Palmöl lautete eine Lösung. Dafür war viel Recherche und Forschung nötig. Rapsöl ist reichlich vorhanden, aber für den Bienenwachs brauchte man natürlich Imker, die eine entsprechende Qualität und auch Menge davon liefern können. Für manche Imker wiederum ist die Lieferung an KHK nun neben der Honigproduktion ein ganz neuer Markt. Nachhaltiges Wirtschaften als Modell für jetzt, nicht für irgendwann einmal – mit einem Nebeneffekt als branchenübergreifender Inkubator? Ja, genau so.

Wenn man bei sich selbst anfängt und den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht. Auch mal in kleineren Schritten, wie der Umstellung auf Ökostrom oder dem Austausch sämtlicher Leuchtmittel.

Wenn man bereit ist zu investieren, so wie es KHK jetzt massiv bei neuen Werkzeugen und Maschinen macht, welche die Ausschüsse in der Produktion noch einmal deutlich reduzieren werden – und damit auch die Kosten.

Und wenn man die Mitarbeiter – bei KHK sind es insgesamt vierzig – immer mitnimmt. Den neuen, nachhaltigen Weg permanent vorlebt. Jeden Einzelnen anspricht, motiviert, begeistert.

So weit, so gut. Und wie wirkt sich diese schon gar nicht mehr so neue, sondern immer selbstverständlichere Philosophie beim Lipcare-Produzenten auf die Kundenbindung aus?

„Wir sind stark kundengesteuert. Dadurch, dass wir inzwischen so ein tiefgreifendes Wissen über die Rohstoffe und die Produktion haben, können wir die Kunden viel besser, viel intensiver beraten. Die Kundenbindung ist dadurch deutlich gewachsen“, sagt Carolin Haverkamp. Und: Wer bewusst einkauft, ist auch bereit, für ein hochwertiges Produkt einen entsprechenden Preis zu bezahlen. Weil dieses Produkt den Preis wert ist.

Nachhaltig zu arbeiten und zu produzieren – das ist ein Prozess, ein Weg. Hin zur komplett klimaneutralen Produktion. Ein Weg, der spannend ist, der Spaß macht, bei dem man ständig dazu lernt, und der nicht einfach irgendwann aufhört. Bei dem auch Fehler gemacht werden dürfen und sollen, um dann weiter zu optimieren.

Auf diesem Weg begleitet das ecocockpit-Team der EFA NRW Unternehmen wie KHK auch in Zukunft. Und sorgt mit seiner Unterstützung dafür, Verbindlichkeit zu schaffen. Zum Beispiel mit einem fundierten Nachhaltigkeitsbericht. Einem aktiven Storytelling, wie Frederik Pöschel und Christopher Buers abschließend resümieren: „Wir erzählen der Welt, was wir schon erreicht haben, um andere zu inspirieren.“

Schauen Sie sich doch die Erfolgsstory auch als Video an: